wir freuen uns, Ihnen die digitale Version unserer aktuellen SPD-Wahlzeitung für Wildau präsentieren zu dürfen! Diese soll einen umfassenden Einblick in unsere politischen Visionen und Projekte für Wildau bieten. Erfahren Sie mehr über unsere engagierten Genossinnen und Genossen, welche mit Leidenschaft und Innovation den Grundstein für ein lebendiges und nachhaltiges Wildau legen möchten!
Was erwartet Sie in unserer Wahlzeitung?
Unser Team für Wildau: Lernen Sie unsere Kandidaten kennen, die antreten, um mit Ihnen gemeinsam die Zukunft unserer Stadt zu gestalten.
Ein Wildau statt Wildwuchs: Die Bedeutung einer durchdachten Stadtplanung und die Fortschritte der „Infrastrukturstudie Wildau“.
Nachhaltige Energie für Wildau: Wie eine Photovoltaikanlagen das Wildorado zukünftig unabhängiger von teuren Stromkäufen machen kann.
Wohnen in Wildau: Einblicke in die großen Herausforderungen und etwaige Lösungen für bezahlbaren Wohnraum und Verkehrsinfrastruktur in Wildau.
Eine Stadt für alle: Engagement für Diversität, Inklusion und die Förderung von grünen „Freizeitflächen“ in Wildau.
Unsere Wahlzeitung soll zeigen, wie wir gemeinsam mit Ihnen die Zukunft unserer Stadt gestalten wollen. Lassen Sie uns die Herausforderungen anpacken und Wildau zu einem noch besseren Ort für alle machen!
Lesen Sie jetzt die digitale Version unserer SPD-Wahlzeitung für Wildau und bleiben Sie informiert!
Unsere Kandidierenden zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung
Am 09. Juni 2024 steht Wildau vor einer wichtigen Entscheidung: Die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung bestimmt die Richtung, in die sich unsere Stadt in den kommenden Jahren bewegen wird. Es geht darum, wer Wildau durch die Herausforderungen und Chancen der Zukunft führen wird. Unsere Kandidatinnen und Kandidaten stehen bereit, um mit Leidenschaft, Engagement und innovativen Ideen den Grundstein für eine lebendige und nachhaltige Zukunft zu legen.
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die engagierten Frauen und Männer vorstellen, die sich für Wildau stark machen. Erfahren Sie mehr über ihre Visionen, Ziele und die Themen, die ihnen am Herzen liegen. Es ist Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen – mit klaren Stimmen, die Wildau repräsentieren. Entdecken Sie, wer hinter unseren Kandidaturen steht, und finden Sie heraus, wie sie gemeinsam für ein lebenswertes und zukunftsorientiertes Wildau einstehen möchten.
Enno von Essen
*1979, Immobilienverwalter & IT-Berater
Engagement
Aktives Mitglied bei der AWO Wildau
Vorsitzender des Anglervereins Wildau 1916. e.V.
Schöffenrichter am Landgericht Cottbus
Vorsitzender des SPD Ortsvereins Wildau
Engagierter Förderer sozialer Projekte in Wildau
Besonders am Herzen liegen mir
Förderung sozialer Gerechtigkeit und Fortschritt
Engagierte und transparente Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft
Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Bewältigung lokaler Herausforderungen
Förderung einer gerechteren und zukunftsorientierten Gesellschaft
Susanne Ziervogel
*1972, Bürokauffrau
Fraktionsvorsitzende SPD
Stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Haushalt, Finanzen und Liegenschaften
Ausschussmitglied in „Bildung und Soziales“
Ausschussmitglied in „Bau und Planung“
Mitglied im Hauptausschuss
Engagement
stellv. Vorsitzende im SPD-Unterbezirksvorstand Dahme-Spreewald
Schatzmeisterin im Anglerverein Wildau 1916 e.V.
Mitglied im Aufsichtsrat der Wildauer Wohnungsgesellschaft mbH
AWO OV Wildau, Unterstützung bei der Arbeit in den Seniorenclubs und bei der Kinder- und Jugendarbeit
Besonders am Herzen liegen mir
Die Sauberkeit unserer Stadt
Die Gestaltung von Spielplätzen und die Pflege der Erholungsflächen
Die Infrastruktur unserer Stadt
Bildung unserer Kinder
Freizeitgestaltung von Kindern und Senioren unserer Stadt
Thomas Wilde
*1961, Polizeibeamter a.D.
Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaft
Ausschussmitglied in „Bau und Planung“
Ausschussmitglied in „Haushalt, Finanzen und Liegenschaften“
Mitglied des Aufsichtsrates der Wildauer Sportbetriebsgesellschaft mbH
Engagement
Mitglied des Anglervereins Wildau 1916 e. V.
Besonders am Herzen liegen mir
die ganzheitliche Entwicklung der Stadt, in der sich die Einwohnerzahl nicht schneller entwickeln darf, als die Leistungsfähigkeit der gesamten Infratstruktur,
der Erhalt des grünen Charakters des Stadtgebietes, von Naherholungsflächen und Gartenanlagen,
die Förderung der gemeinnützigen Vereinsarbeit
Susann Schulz (M. Sc.)
*1983, akademische Mitarbeiterin
Vorsitzende im Ausschuss für Umwelt und kommunale Ordnung
Ausschussmitglied in „Stadtentwicklung und Wirtschaft“
Ausschussmitglied in „Bildung und Soziales“
Engagement
Organisation und Koordination u.a. von Repaircafé und Digitalcafé für Senioren
stellv. Vorsitzende im SPD Ortsverein Wildau
Mitglied im Landesausschuss der SPD Brandenburg
Mitglied in der Arbeitsgruppe für Bildung der SPD Brandenburg
Aufsichtsratsvorsitzende der MEG GmbH sowie der GZG GmbH
Auszeichnung:
Verleihung der Europaurkunde des Landes Brandenburg für besondere Verdienste um die europäische Integration in Brandenburg
Besonders am Herzen liegen mir
Chancengerechtigkeit für alle Wildauer
Ausbau und Vernetzung sozialer sowie kultureller Bereiche für Jung & Alt
sowie Naturschutz (Erhalt der Grünflächen)
Paul Ulrich Karwinkel
*2002, Auszubildender zum Sozialversicherungsfachangestellten
Engagement
Mitglied und aktueller Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirates von Wildau
Besonders am Herzen liegen mir
Die Entwicklung Wildaus zu einem Wohlfühlort für alle.
Die Stimme der Jugend zu stärken und in Entscheidungen einzubeziehen.
Ein vielfältiges Angebot für junge Menschen in Kultur, Freizeit und Bildung.
Die Bildungslandschaft für junge Familien attraktiv zu gestalten.
Junge Ehrenamtliche zu fördern und zu vernetzen.
Brigitte Rink
*1944, Rentnerin, sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Bildung und Soziales
Engagement
aktives Mitglied im Seniorenbeirat
Besonders am Herzen liegen mir
Die Schaffung eines seniorengerechten Wildau, das den Bedürfnissen unserer älteren Bürger entspricht.
Die aktive Einbindung und Wertschätzung der älteren Generation in unserer Gemeinschaft.
Die Fortsetzung meines Engagements, die Anliegen aller Bürgerinnen und Bürger Wildaus in der lokalen Politik zu vertreten und voranzutreiben.
Maik Schulz
*1984, Bankfachwirt, Filialleiter
Engagement
Kassenprüfer im Segelverein Storkow
Besonders am Herzen liegen mir
Eine verbesserte Kinderbetreuung und mehr Freizeitangebote, um ein inklusives Wildau für unsere Zukunft zu schaffen.
Die Förderung eines kulturellen Miteinanders und die Vermeidung jeglicher Ausgrenzung.
Die Freude an kleinen Errungenschaften wie neuen Spielplätzen, die unser Gemeinschaftsgefühl stärken.
Ronny Richter
*1978, Referent
Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung
Mitglied im Ausschuss für Haushalt, Finanzen und Liegenschaften
Engagement
Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wildau e.V.
Besonders am Herzen liegen mir
Vereinfachung administrativer Prozesse für Bürger*innen, Unternehmen und die Verwaltung durch Überarbeitung von Satzungen und Verordnungen.
Anerkennung und Stärkung freiwilliger Tätigkeiten in unserer Gemeinschaft.
Joachim Born
*1949, Rentner
Engagement
Vorsitzender der AG 60plus der SPD im LDS
Gründungsmitglied und im Vorstand seid ca. 30 Jahren, im Betreuungsverein Treptow-Köpenick e.V.
AWO-Mitglied in Wildau zuvor in Treptow-Köpenick
Mitglied in Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Wildau
Ehrenamtliches Mitglied in der Redaktion vom Senioren Magazin für LDS
Verleihung der Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement
Gedenkmedaille Willy Brand vom SPD Parteivorstand
Besonders am Herzen liegen mir
Die Förderung und Unterstützung von Projekten und Netzwerken, die das Zusammenleben in unserer alternden Gemeinde Wildau sichern und verbessern.
Die kontinuierliche Verbesserung der Zugänglichkeit und Freundlichkeit unserer Stadt für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen.
Was liegt Ihnen am Herzen? – Wir hören Ihnen zu!
per E-Mail:
per Telefon/WhatsApp:
per Post:
paulkarwinkel.spdwildau@gmail.com
0173 1784139
SPD Wildau/Paul Karwinkel Röntgenstraße 15 15745 Wildau
Als Mitglied des Bildungsausschusses in meiner Funktion als Stadtverordnete der SPD-Fraktion in Wildau hatte ich kürzlich das Vergnügen, am Aktionstag zum 20-jährigen Bestehen des Landesverbands der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg (lsfb) teilzunehmen. Dieses Ereignis war eine hervorragende Gelegenheit, sich intensiv mit der Förderung inklusiver Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen – ein Thema, das für unsere Gemeinde von großer Wichtigkeit ist.
Präsentationsfolie im Workshop über Zugänge und Methoden Inklusive Kinder- und Jugendbeteiligung, 16. März 2024 | Foto: Susann Schulz
Der von mir besuchte Workshop am Vormittag gab nicht nur Einblicke in die aktuellen Herausforderungen und Chancen im Bereich der Inklusion, sondern bot auch eine Plattform für den Austausch über bewährte Methoden und Ansätze. Besonders die Diskussionen zu inklusiven Beteiligungsformaten waren reich an konkreten Impulsen, die unsere weiteren Bemühungen in diesem Bereich leiten werden. Es wurde deutlich, dass Offenheit für neue Wege und die aktive Einbindung aller Gemeindemitglieder entscheidend für den Erfolg inklusiver Ansätze sind.
Trotz der Einladung an über 400 Gemeinden in ganz Brandenburg, zeigte die Veranstaltung eine überraschend geringe Teilnahme aus dem kommunalpolitischen Sektor – mit Ausnahme unserer Delegation aus Wildau. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, das Bewusstsein und Engagement für Inklusion und Beteiligung in politischen Kreisen zu stärken.
In Wildau haben wir bereits wichtige Initiativen ergriffen, um die Partizipation junger Menschen in unserer Gemeinde zu fördern, darunter die Initiierung zur Entwicklung eines Konzepts zur Kinder- und Jugendbeteiligung und die Mitwirkung in der daraus entstandenen Steuerungsgruppe. Der Aktionstag hat unsere Entschlossenheit bestärkt, diese Arbeit fortzusetzen und weiterzuentwickeln, um den vielfältigen Bedürfnissen unserer Gemeinschaft gerecht zu werden.
Großen Waisenhaus zu Potsdam, 16. März 2024 | Foto: Susann Schulz
Der zweite Teil des Aktionstags, gewidmet dem 20. Geburtstag des lsfb und dem 300. Geburtstag der Stiftung Großes Waisenhaus, bot ein ansprechendes Programm, inspirierende Projekte der Preisträger und wertvollen Austausch. Besonders die Grußworte von Bildungsminister Steffen Freiberg und die Erwähnung des neuen Kinder- und Jugendgesetzes in Brandenburg waren Höhepunkte des Tages.
Der lsfb-Aktionstag war eine eindrückliche Erinnerung an die Bedeutung kontinuierlichen Engagements für die Belange unserer Gemeinschaft und die aktive Gestaltung einer inklusiven und partizipativen Gesellschaft.
Ich ermutige daher alle Mitglieder unserer SPD Fraktion und die Bürgerinnen und Bürger von Wildau, sich einzubringen und Teil des Dialogs und der Initiativen zu werden, die unsere Gemeinde stärken. Gemeinsam können wir eine Gesellschaft schaffen, in der jede Stimme gehört wird und jeder Beitrag wertgeschätzt ist.
Bereits Anfang Februar hat die SPD in Wildau das Dahme-Nordufer als Standort für eine Gesamtschule mit Abiturstufe vorgeschlagen. Die Idee ist eine Reaktion auf den Bedarf an weiterführenden Schulen im Norden von Dahme-Spreewald und auf die exponierte Stellung Wildaus im Bildungsbereich. Wildau verfügt über eine hervorragende Hochschule und viele Technologieunternehmen, die eine moderne und zukunftsweisende Bildungslandschaft ermöglichen würden. Allerdings fehlt es Wildau an einer Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, das Abitur abzulegen.
Deshalb hat die SPD-Fraktion einen Prüfauftrag über die Möglichkeiten zur Errichtung und zum Betrieb weiterführender Schulen in Wildau (Vorlage – F-208/2023) als Beschlussvorschlag in die Stadtverordnetenversammlung (SVV) eingebracht, welcher am 28. Februar 2023 einstimmig angenommen wurde. Der Antrag wurde bewusst ohne Vorgabe eines Standortes gestellt, damit ergebnisoffen geprüft werden kann. Der Bürgermeister begrüßt den Beschluss und wird mit allen zuständigen Stellen in den Dialog treten, um die Möglichkeiten für Wildau zu verhandeln.
In der Diskussion um eine neue weiterführende Schule im Norden von Dahme-Spreewald schlägt die SPD Wildau eine Gesamtschule mit Abiturstufe am Dahme-Nordufer vor, welches ein „hervorragender Standort“ sei, so Enno von Essen vom Wildauer Ortsverein der SPD.
Entwurf Schulcampus, Quelle SPD
Die weiterführenden Schulen im Norden des Landkreises stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, so auch die Ludwig-Witthöft-Oberschule in Wildau. Wildau hat jedoch eine hervorragende Hochschule und viele Technologieunternehmen, die es zu einer exponierten Stellung im Bildungsbereich befähigen würden. Leider fehlt es hier jedoch an einer Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, das Abitur abzulegen. Das Dahme-Nordufer bietet ausreichend Platz für einen Campus, es wartet nur darauf „erweckt“ zu werden. Die SPD wird dazu zeitnah einen entsprechenden Prüfauftrag für den Bürgermeister in die SVV einbringen.
Auch die Landtagsabgeordnete Tina Fischer unterstützt den Vorschlag und betont, dass eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe am Dahme-Nordufer einen echten Gewinn für die Kinder aus Wildau und umliegenden Gemeinden sei.
Am 25.5.2022 haben die Mitglieder unseres Ortsvereins beraten und einstimmig entschieden, Enno von Essen als Kandidaten für die Bürgermeister*in-Wahl zu nominieren. Der 43-jährige Wildauer tritt als parteiloser Kandidat an. Im Folgenden möchten wir ihm die Gelegenheit geben, sich vorzustellen, so wie er sich uns vorgestellt und überzeugt hat.
Guten Abend meine Damen und Herren, liebe Freunde,
Mein Name ist Enno von Essen, ich bin 43 Jahre alt, verheiratet und habe drei Töchter. Zwei davon sind inzwischen erwachsen. Die Kleinste von Ihnen – Elena – wird Ende Juni 14 Jahre alt. Sie wohnt bei meiner Exfrau in Berlin-Karolinenhof. Karolinenhof – dort war ich 2009 angekommen und hatte zu diesem Zeitpunkt die Vorstellung, nie wieder von dort wegzugehen. Doch Dinge im Leben kommen anders, als man sie sich vorstellt. Es folgte eine – zum Glück – faire Scheidung.
Zu dieser Zeit war ich bereits Unternehmer. Mein mittelständisches Handelsunternehmen hatte ich über die letzten Jahre hinweg mühevoll aufgebaut. Es lagen Jahre schwerster Arbeit hinter mir, an denen ich viele Tage und Nächte am Computer verbrachte.
Ich und mein Unternehmen liefen in diesen ganzen Jahren in einem Zustand, den man Momentum nennt. Das ist eine Art Effekt, der sich irgendwann einstellt und unter dem alles, scheinbar ohne jegliche Anstrengung, wie von selbst läuft. Im Jahr 2016 war es eine Kombination aus Marktentwicklung der vergangenen Jahre, der Marktaussichten auf die Zukunft und des Konkurrenzverhaltens, die mich dazu bewegte, das Unternehmen zu schließen bzw. zu verkaufen und mich auf Immobilien zu konzentrieren, mit denen ich mich schon seit einigen Jahren beschäftigt.
Unser Vorsitzender Nik Wulf (rechts im Bild) gratuliert Enno von Essen zur Nominierung.
Ich und mein Unternehmen liefen in diesen ganzen Jahren in einem Zustand, den man Momentum nennt. Das ist eine Art Effekt, der sich irgendwann einstellt und unter dem alles, scheinbar ohne jegliche Anstrengung, wie von selbst läuft. Im Jahr 2016 war es eine Kombination aus Marktentwicklung der vergangenen Jahre, der Marktaussichten auf die Zukunft und des Konkurrenzverhaltens, die mich dazu bewegte, das Unternehmen zu schließen bzw. zu verkaufen und mich auf Immobilien zu konzentrieren, mit denen ich mich schon seit einigen Jahren beschäftigte.
2017 heiratete ich meine bezaubernde Frau Steffi und zog mit ihr nach Wildau. Wir hatten gezielt nach Wohnungen in Wildau gesucht und sofort etwas gefunden. Schon bei der ersten Besichtigung war uns klar – hier werden wir wohnen. Ich hatte kurz vorher noch ein winziges, sehr altes Stadthaus in einem verschlafenen Dorf auf Mallorca erworben. Kein Luxus, einfach nur ein Rückzugsort, um Zeit am Meer zu verbringen. Von 2017 bis 2019 verbrachte ich sehr viel Zeit dort – aber mir fehlte die Herausforderung, etwas zu leisten.
Gut. Sie wissen jetzt, was ich bisher gemacht habe und wie ich nach Wildau gekommen bin – zumindest teilweise, für den Rest fehlt hier heute Abend die Zeit.
„Wildaus Reiz ist der Gegensatz von Technik und Natur.“
Diesen Satz habe ich vor einigen Wochen gelesen. In einem Bericht aus dem Jahr 2009. Er erzählt vom 70 Jahre alten Siegfried B., der trotz aller Umstände tapfer durchgehalten hat und nun der letzte verbliebene Bauer in Wildau ist. Ich muss seither oft an diesen Satz denken, denn ich weiß bis heute nicht, was er bedeutet.
Wenn ich durch das Industriegebiet schlendere und mir die alten Lokschuppen anschaue, stelle ich mir vor, wie Wildau wohl in seiner Blütezeit aussah. Hier wurden Dampfloks gebaut. Technik, natürlich. Aber keine Technik von heute. Dampfloks, bei denen erst stundenlang der Kessel vorgeheizt werden musste, damit der nötige Druck entsteht, um endlich die Antriebswellen zu bewegen. Technik aus längst vergangenen Tagen.
Wo früher also Loks unter größtem Kraftaufwand sich langsam in Bewegung setzten, werden heute neue Technologien erforscht, entwickelt und unterrichtet. Die TH Wildau erbringt dort heute Höchstleistungen, um Zukunftstechnologien bereitzustellen. Ist das vielleicht die Technik, die der Satz meint? Vielleicht. Ich weiß es nicht.
Es könnte auch die Stadt gemeint sein. Die Stadt Wildau, die Häuser, die Verwaltung, die Menschen, die Infrastruktur. Und dann fiel mir ein Satz ein, der es sehr gut trifft. Er ist möglicherweise nicht nett.
„Die aktuell größte technische Innovation in Wildau ist die angezogene Handbremse, mit der sich die Stadt bewegt.“
Lassen Sie mich das erklären:
Wildau. Mai 1922. In Halle 21 herrscht geschäftiges Treiben. Eine neue Lok ist fertig gebaut und muss nun ausgeliefert werden. Dort wo heute ein Café zum Verweilen einlädt, stehen Arbeiter erschöpft, aber glücklich zusammen. Sie haben grade gemeinsam den Vorratswaggon der Lok mit Kohle beladen. Überall riecht es nach Asche und man spürt die gewaltige Hitze des glühenden Ofens. Der von oben bis unten vom Staub verdreckte Heizer schaufelt weiter Kohle in die Glut. Denn nur so wird die Temperatur im Kessel steigen. Nur so wird dort der notwendige Druck erreicht. Nur so wird das Ziel der harten Arbeit der letzten Monate sichtbar. Und nur so kann sich die Lok endlich in Bewegung setzen.
Quietschend beginnen sich die Räder dieser Lok zu drehen. Sie drehen durch auf den Schienen, verursachen aber dennoch Vortrieb. Wenig, dann mehr und mehr. Langsam, wie an einem unsichtbaren Seil gezogen, schiebt sich die Lok langsam und Stück für Stück aus dem Schuppen. Man sieht den dumpfen Glanz des schwarzen Metalls der gewaltigen Lok, als die ersten Sonnenstrahlen sie berühren. Ich schaue zu wie sich die Lok nun weiter und weiter vorwärts kämpft, bis endlich die Räder ihre volle Kraft entfalten können und die Lok ihr Momentum erreicht. Von diesem Moment an kann sie aus eigenem Antrieb jederzeit ihre volle Geschwindigkeit fahren.
Die Stadt Wildau selbstist diese Lok. Erbaut unter Schweiß und Tränen, angefeuert in der Hitze des glühenden Ofens, erreichte sie einst ihr Momentum. Die Stadt erstrahlte und befand sich in einem Zustand, in der alles wie von selbst seinen Weg fand. Fortschritt und Aufstieg waren nicht mehr aufzuhalten. Doch unter dem Ruhm und Glanz des Erfolges kam irgendwann der Punkt, an dem man eines vergessen hatte – den Ofen weiter mit Kohle zu versorgen.
Und so ist Wildau inzwischen in einem Zustand, indem es nicht mehr nur ausreicht, einfach Kohle nachzuschippen. Wir müssen gemeinsam das Feuer im Ofen der Stadt neu entfachen. Wir müssen den Ofen von alter Asche befreien, neu befüllen und neu entflammen – doch das geht nur gemeinsam.
Ich stehe hier heute zwar, um Sie alle um ihre Unterstützung zu bitten, doch nicht damit ich allein Wildau wieder in Gang setze, sondern um die Gemeinschaft zu vereinen, dies zu tun. Ich möchte eine Brücke bauen von Mensch zu Mensch, denn nur gemeinsam ist Wildau stark genug. Wir gemeinsam haben es in der Hand, diese Stadt einmalig innovativ sein zu lassen, sie wieder wunderbar lebenswert zu machen und zu erhalten.
Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir in Zukunft leben wollen!
Ich möchte in einer Stadt leben, in der in 10 Jahren jedem sofort klar ist, was Wildaus Gegensatz von Technik und Natur bedeutet. Eine Stadt, die Hand in Hand mit der technischen Hochschule und dem Fraunhofer an unserer nachhaltigen Zukunft arbeitet, damit unsere Wildauerinnen und Wildauer auch in Zukunft Ihren Strom bezahlen und Häuser heizen können.
Ich möchte in einer Stadt leben, in der genügend Wohnraum zur Verfügung steht, in der auch junge Familien eine Wohnung finden und sich dauerhaft leisten können, ohne dafür auf ihren Urlaub verzichten zu müssen. Dazu müssen wir aufhören, die Schatzkammer unserer Stadt durch Investoren plündern zu lassen und selbst das Ruder wieder in die Hand nehmen. Wir müssen den Zuwachs und den Ausbau von Wohnungen behutsam entwickeln und dürfen nicht jeden grünen Fleck dieser Stadt im Beton ersticken. Ich möchte in einer Stadt leben in der sich die Einwohner als Teil einer sozialen Gemeinschaft fühlen– und wohlfühlen wollen. Und nicht, weil sie in Berlin keine Wohnung gefunden haben.
Ich möchte in einer Stadt leben, in der wir nicht auf andere Städte schauen und überlegen, was wir tun können, um nach vorne zu kommen – sondern in der andere Städte auf uns schauen.
Und ich möchte in einer Stadt leben, in der im Jahr 2024 der Bürgermeister mit einem großen Blumenstrauß in der Dorfaue steht, weil es ihm ein persönliches Anliegen ist, Siegfried B. zu seinem 85. Geburtstag zu gratulieren – und ihm für sein Durchhalten als Teil unserer Gesellschaft zu danken.